Treffen anlässlich des 50jährigen Indienststellungsjubiläum
"Zerstörer Bayern" in Wilhelmshaven vom 17.07.2015 - 19.07.2015

Nachlese von Günter Hurst

Nach langer, ausgiebiger Planung und Vorbereitung des Treffens anlässlich des 50 jährigen Bestehens des Zerstörer Bayern war es am Freitag, dem 17. Juli 2015 endlich soweit. Letzte organisatorische Maßnahmen wurden ergriffen um einen möglichst reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewähren. Viele Kameraden nutzten die Gelegenheit auf der Arcona zu übernachten und so war es nicht verwunderlich das man bereits vor dem offiziellen Treffen von einigen Kameraden schon sehnsüchtig erwartet und freudig in Empfang genommen wurde.

Pünktlich um 18:00 Uhr sollte die Veranstaltung im Gorch Fock Haus beginnen, doch für die Kameraden gab es kein Halten mehr. Schon weit vor der Zeit trafen die Ersten bei herrlichem Sommerwetter beim Veranstaltungsort ein.

Die Begrüßung verlief außergewöhnlich harmonisch und es war jedem anzumerken das er mit Freude bei der Sache war, gespannt was ihn wohl an diesem für uns so ereignisreichen Tag erwarten mag.

Das Organisationsteam hat sich für die ehemaligen Kommandanten und die zur Zeit noch tätigen teilnehmenden Offiziere etwas ganz besonderes einfallen lassen.

Eine eigens für uns zur Verfügung gestellte Gangway, sowie ein Ständer, geschmückt mit einer deutschen und einer bayerischen Flagge, als auch einem Rettungsring des ehemaligen Zerstörer Bayern, welche vor dem Eingang postiert waren, kündigten an das hier etwas besonderes im Busch ist.

Unser Kamerad Rüdiger Bernoteit ließ es sich nicht nehmen alle Kommandanten, würdig wie es an Bord üblich ist, mit Seite zu empfangen und willkommen zu heißen.

Im Foyer des Gorch Fock Hauses bekam dann jeder Teilnehmer ein Namensschild ausgehändigt, auf dem Name, Fachrichtung und die Fahrenszeit vermerkt waren, so das man auf Anhieb sehen konnte wer sein Gesprächspartner war, sofern man sich nicht schon von früher her noch kannte, schließlich nahmen an diesem Treffen Kameraden teil die alle einmal zu verschiedensten Zeiten an Bord gedient hatten.

Des weiteren erhielten alle eine Festschrift als auch eine Chronik des Schiffes überreicht. Natürlich dufte beim Empfang auch nicht das obligatorische Gläschen Sekt oder O-Saft fehlen, schlicht weg, es wurde an alles gedacht.

Der Festsaal wurde auf unseren Wunsch hin an diesem Abend maritim geschmückt, es war eine reine Augenweide. Eine feste Platzordnung gab es an diesem Abend nicht, denn es war gewollt das sich die Teilnehmer ihre Tischpartner selbst aussuchten. In gelockerter Atmosphäre kam es zu einem regelrechten Austausch an Erinnerungen, und ich glaube für jeden sprechen zu dürfen, man fühlte sich von Anfang an rund um wohl. Nachdem sich alle nach einiger Zeit etwas beschnuppert hatten eröffnete pünktlich um 18:45 Uhr, der Kamerad und Autor dieser Zeilen, Günter Hurst mit seiner Begrüßungsrede den Abend.

Hier erwähnte er die besondere Verbundenheit mit dem ehemaligen Zerstörer Bayern dessen außergewöhnlicher 50. Geburtstag Anlass des Treffens war.

Ein Novum war auch die Tatsache, dass es sich viele ehemalige Kommandanten des Zerstörers nicht nehmen ließen an diesem Treffen anwesend zu sein.

Leider musste Flottillenadmiral Torsten Kähler aus gesundheitlichen Gründen das Treffen kurzfristig absagen.

Dafür war man hingegen sehr erfreut das der derzeitige Kommandant der Fregatte Bayern, Fkpt Frank Faehnrich an diesem Abend anwesend war.

Der Zerstörer Bayern war, so konnte man es der Rede entnehmen, für viele Kameraden mehr als nur ein Schiff der Bundesmarine, es war für eine gewisse Zeit für jeden ein Stück zuhause, Arbeitsplatz, ein Platz der Sicherheit und Geborgenheit bot und ein Platz wo Freundschaften geschlossen wurden die zum Teil bis heute bestehen.

Ein besonderer Dank gebührte all denjenigen die dieses Treffen erst ermöglichten, allen voran den Kameraden Rüdiger Bernoteit, Gerd Leder, Hermann Weber, Wolfgang Heimann.

Mit einer Gedenkminute wurde auch derer Kameraden gedacht die bereits ihre letzte Reise angetreten haben.

Der Kamerad Edzard von Wiarda, einst Offizier an Bord bei der Indienststellung und später selbst Kommandant des stolzen Schiffes (v. 03.04.1975 - 31.10.1976), berichtete im Anschluss aus jener Zeit in der er an Bord war. Man konnte förmlich spüren wie sehr ihm dieses Schiff ans Herz gewachsen ist.

Im Anschluss an seine beeindruckende Rede wurde das reichhaltige Buffet freigegeben. Wie es sich gehört ließ man den anwesenden Damen selbstverständlich den Vortritt. Es war von allem reichlich vorhanden so das keiner befürchten musste das er leer ausgeht.

Sei es bei der Ausschmückung des Saales, beim Sektempfang oder bei dem schmackhaften, reichhaltigen Buffet und selbstverständlich auch bei der Bedienung, es hat sich wieder einmal gezeigt das auf das Gorch Fock Haus und sein Personal Verlass ist.

Selbst zur fortgeschrittener Stunde konnte man sich immer noch einmal am Buffet bedienen. Nach dem Essen ging man zum gemütlichen Teil des Abends über. Es wurden alte Freundschaften aufgefrischt, rege Gespräche geführt, aber auch eine Einlagen geboten.

Am Tag darauf, am Samstag den 18. Juli 2015 hatten die Organisatoren dafür gesorgt das man entweder an einer Fahrt auf der Nordwind oder bei der Besichtigung der Fregatte Bayern teilnehmen konnte. Diese Gelegenheiten wurden auch rege genutzt und wer an diesem Tag nicht zum Zuge kam hatte die Gelegenheit dies analog dazu am Sonntag nachzuholen. Ziemlich früh am Samstag morgen begab sich eine begrenzte Gruppe ehemaliger Zerstörer Bayern Fahrer zur Nordwind um einen Tagestörn zu machen. Bei herrlichem Sonnenschein konnte ja nichts schief gehen und so verbrachten die Kameraden die meiste Zeit am Oberdeck wo sich der eine oder andere sogar einen leichten Sonnenbrand einhandelte. Dies tat der Sache aber keinen Abbruch denn gegen ca. 16:00 Uhr kamen alle wohlbehalten von einer wunderschönen Fahrt, von der man noch lange Zeit reden wird, zurück.

Die zweite Gruppe konnte an einer Besichtigung der Fregatte Bayern teilnehmen. Pünktlich um 12:30 Uhr fuhr ein Konvoi von privaten Pkw´s in Richtung 4. Einfahrt. Unser Verbindungsmann Heinz Bruns, der durch den Freundeskreis der Fregatte Bayern einen besonders guten Draht zum Kommandanten und der Besatzung hat, sorgte dafür das alle Teilnehmer der Besichtigung auch in den Stützpunkt kamen. Eine eigens dafür vorbereitete Liste mit den Namen und Ausweisdaten garantierte für einen reibungslosen Einlaß bei der 4. Einfahrt.

Auf der Fregatte Bayern angekommen wurden wir durch den Kommandanten FKpt Frank Faehnrich recht herzlich willkommen geheißen. In seiner Begrüßungsrede bedankte er sich noch einmal für den herrlichen Abend am Tag zuvor. Er war vom Treffen sehr beeindruckt, so etwas hätte er noch nie erlebt. Nach seiner netten Begrüßungsrede überließ er uns Teilnehmer den Kameraden der Fregatte Bayern, OLzS Haselhuhn, HBtsm Eidenberger, OMt Erdmann und OMt Milz die dafür Sorge trugen das wir eine wirklich ausführliche Besichtigung genießen durften.

Angedacht waren 1 bis 1 ½ Stunden, letztendlich blieben wir bis 16:00 Uhr und es gab keinen Bereich den wir nicht sehen durften. Allein hierfür gebührt der Besatzung des Schiffes ein ganz besonderes Dankeschön ausgesprochen.

Da in Wilhelmshaven an diesem Tag großes Labskausessen angesagt war zog es danach den einen oder anderen Kameraden in die Stadt und auch der Lieblingsgaststätte, der Bayern-Fahrer, der "Kogge" wollte man bei dieser Gelegenheit einen Besuch abstatten. Da aber auch im Stützpunkt etwas los war, auf zwei Fregatten wurden so genannte Familienfahrten durchgeführt, konnte man noch zuvor im Unteroffiziersheim einkehren bevor die Leute von den Schiffen kamen. Schnell noch ein kühles Glas Bier und eine Grillwurst konsumiert bevor es dann zurück auf die Arcona ging wo an diesem Abend ein zünftiges Grillfest an Oberdeck statt fand.

Auch hier standen Gespräche mit den Kameraden im Mittelpunkt und es wurden alte Freundschaften aufgefrischt und neue geschlossen.



Gegen Abend frischte es etwas auf und so wurde anschließend in der Messe weiter gefeiert, leider war hier der Geräuschpegel etwas hoch, doch dies tat der Stimmung keinen Abbruch. Zur fortgeschrittener Stunde verabschiedeten sich bereits einige Kameraden die am Sonntag wieder ihre Heimreise antraten.


Am Sonntag trennten sich dann die Wege endgültig. Zum einen diejenigen die nach Hause fuhren, dann jene die auf der Nordwind eine Fahrt gebucht hatten und einer dritten Gruppe die an der zweiten Besichtigung der Fregatte Bayern teilnahmen. Auch hier wurde mir versichert das beide Veranstaltungen zur besten Zufriedenheit ausfielen, obwohl das Wetter sich über Nacht sichtlich verschlechterte.

Alles in allem fand das Treffen großen Anklang. Hervorzuheben ist die Tatsache das sehr viele ehemalige Kommandanten des Zerstörer Bayern am Treffen teilnahmen, das die jüngeren Kameraden voll integriert waren und sich sichtlich unter den Oldies wohlfühlten. Für die zuvorkommende Aufnahme und Bedienung auf der Arcona sei an dieser Stelle ein recht herzliches Dankeschön angebracht.


Erwähnenswert ist auch das es keinerlei Zwischenfälle gab die die Stimmung hätten trüben können, kurzum es war wieder einmal ein sehr schönes Treffen, welches noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Wie bereits bei der Begrüßungsrede verkündet wird der Inhalt aus der Spendenbox, als auch der Überschuss der Veranstaltung, an den SOS Kinderdorfbeauftragten der Fregatte Bayern, Herrn HBtsm Tim Eidenberger zur Weiterleitung übergeben. Für das Verständnis und die zahlreichen Spenden ein herzliches Dankeschön.


Mit Sicherheit gäbe es noch einiges mehr zu berichten und jeder Teilnehmer hat Eindrücke mit nach Hause genommen die vielleicht in diesem Artikel aus seiner Sicht etwas zu kurz kommen, dafür bitte ich um Verständnis.


("Es ist alles mol weder jud jegangen." Unser Organisator Gerd Leder)

In der Hoffnung das alle wieder gesund nach Hause kamen und wir uns bei einem künftigen Treffen wieder sehen werden verbleibe ich Euer Kamerad

Günter Hurst
Pressesprecher der Zerstörer-Bayern-Oldies.

Anhang:
Vielen Dank für die Zusendung einiger Bilder. Die Fotos wurden von den Kameraden Rüdiger Bernoteit, Günter Bossen, Reinhard Severins, Gerd Leder, Hans-Georg Stephan und Günter Hurst zur Verfügung gestellt.