Treffen der Oldies vom 24.4. - 26.4.2009

Nachlese von Günter Hurst

Das Treffen der ehemaligen Zerstörer-Bayern-Fahrer war nicht nur ein voller Erfolg, sondern wird noch lange bei allen teilnehmenden Kameraden in guter Erinnerung bleiben und für viel Gesprächsstoff sorgen.

Wer hätte das gedacht, dass aus den ursprünglich beiläufigen geäußerten Worten unseres Kameraden Rüdiger Bernoteit, "Wir sollten einmal ein Bayern-Fahrer-Treffen machen" solch ein wunderschönes , harmonisches Treffen entstehen würde. Die Idee wurde sofort in die Tat umgesetzt und mit unserem Kamerad Gerd Leder fand er einen wahren Meister der Organisation. Rechnete man am Anfang noch damit, dass sich aus der Fahrenszeit 1965 bis 1970 möglicherweise zwischen zehn bis fünfzehn Kameraden melden würden, so wurde man schnell eines Besseren belehrt. Täglich gingen bei Gerd Leder neue Anmeldungen ein. Nun musste gehandelt und organisiert werden, denn es galt eine vernünftige, verlässliche Basis zu finden um nicht im Nachhinein dem Spott derer ausgesetzt zu sein, die sich anfänglich negativ geäußert haben, da es im Sommer dieses Jahres ein weiteres Treffen der Zerstörer-Fahrer gibt. Schnell wurden Missverständnisse aus dem Weg geräumt und klar gestellt, dass es sich hier um eine Veranstaltung handelt die nur jene Kameraden betrifft, die im bereits genannten Zeitraum auf dem Zerstörer Bayern ihren Dienst versahen.

In vielen Stunden mühsamer Kleinarbeit wurden Kontakte geknüpft, Unterkünfte angeschrieben und sofern es noch möglich war auch belegt, die Austragungsorte für die gemeinsamen geselligen Stunden ausgesucht, Vorverträge abgeschlossen, Menuevorschläge eingeholt und mit der Gastronomie abgesprochen, die Presse verständigt die auf das bevorstehende Treffen hingewiesen und mit ausführlichem Material versorgt wurde, die Kosten für die Veranstaltungen ermittelt und von den Teilnehmern erhoben, kurzum es wurde alles getan um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Während dieser Zeit wurden alle Kameraden laufend über den neusten Stand unterrichtet, so dass alle zu jeder Zeit immer über den neusten Stand der Planung bescheid wussten. Wenn man bedenkt dass dies alles in einer relativ kurzen Zeit über die Bühne ging, dann kann man die Anspannung unseres Organisationsteams durchaus verstehen. Doch spätestens als die ersten Kameraden in Wilhelmshaven auf der Arcona ihre Unterkunft bezogen haben gab es keinen Weg mehr zurück, denn nun musste es laufen und sich zeigen ob man an alles gedacht hatte.

Die Tage bis zum Treffen rückten unaufhaltsam immer näher bis es endlich soweit war. Der 24. April 2009, ein Freitag wurde mit Sicherheit bei vielen Kameraden im Kalender besonders gekennzeichnet. Nun war endlich der Tag gekommen an dem das gemeinsame Treffen der ehemaligen Bayern-Fahrer stattfinden sollte. Auf verschiedene Art und Weise trafen aus allen Richtungen der Bundesrepublik kommend die Kameraden in Wilhelmshaven ein. Für die meisten Teilnehmer stand eine Unterbringung auf dem Wohnschiff Arcona auf dem Plan, andere mussten aufgrund der begrenzten Unterbringungsmöglichkeiten auf Ausweich-Quartiere umsteigen, und ein großer Teil kam von zu Hause aus zu den Veranstaltungen, da sie der schönen Stadt Wilhelmshaven ihre Treue hielten und heute noch dort wohnen.

Kaum auf dem Wohnschiff Arcona angekommen wurde man von den bereits zu einem früheren Zeitpunkt eingetroffenen Kameraden aufs herzlichste begrüßt und in Empfang genommen. Der zuvor bis ins Detail ausgearbeitete Belegungsplan der Kojen wurde kurzerhand völlig über den Haufen geworfen, da man natürlicherweise mit den Kameraden auf einer Kammer schlafen wollte mit denen man auch früher schon auf einem Deck des Zerstörers untergebracht war. Die Wiedersehensfreude nach über vierzig Jahren kann man kaum beschreiben. Gestandene Männer, in Ehren ergraut fielen sich in die Arme und es wurden die Erinnerungen an die gemeinsame Fahrenszeit aufgewärmt. Selbst die Kameraden aus deren Dienstzeit keine oder nur wenige Kameraden anwesend waren verspürten sofort eine Gemeinsamkeit die ihres Gleichen sucht.

Ich erinnere mich noch genau an einen Kameraden, ich meine es war Reinhard Severiens, bin mir jedoch nicht mehr ganz sicher, der mir bei meiner Ankunft sagte: " Schade ich kenne ja kaum jemand und aus meiner Zeit ist keiner dabei, ich werde morgen bei den anderen Aktivitäten wohl nicht teilnehmen sondern wieder nach Hause fahren."

Dieser Kamerad hatte es sich sehr schnell anders überlegt und blieb wie alle anderen bis zum Schluss. Die Herzlichkeit unter den Kameraden war von der ersten Begegnung bis zur Verabschiedung am Sonntag Morgen unbeschreiblich.

Sehr stark vertreten war das ehemalige Deck XIII P 0 und dies wurde über alle Tage hinweg immer wieder lautstark zur Kenntnis gebracht. Selbst unser Kamerad Pauli der wohl die längste Anreise hatte, er lebt zeitweise in Florida oder auf der Isla Margarita in der Karibik, nutzte die Gelegenheit seine ehemaligen Kameraden wieder zu sehen und Erinnerungen auszutauschen.

Wie bereits erwähnt wurden die Kammern belegt, die Kojen schnell bezogen und in gemeinsamer Runde das erste kühle Bier getrunken und auf einen guten Verlauf der Veranstaltung angestoßen. Unaufhaltsam rannte die Zeit und ehe man sich versah rückte der erste offizielle Termin immer näher. Schnell wurde noch die "erste Geige" angezogen, man wollte ja schließlich einen guten Eindruck hinterlassen, und auf ging es zu Fuß in Richtung Gorch Fock Haus.

Nach und nach trafen hier auch die Kameraden ein die in W-haven anderweitig untergebracht waren oder ihren Wohnsitz haben. Auch hier spürte man von Anfang an die Freude und Herzlichkeit der Kameraden sich nach so langer Zeit wieder zu sehen. Als dann unser allseits geehrter ehemaliger Kommandant Heinz Harre mit seiner Ehefrau zur Gruppe der wartenden Teilnehmer stieß, ging ein allgemeines raunen durch die versammelte Menge. Von allen Seiten traten die Kameraden auf ihn zu um ihn und seine Ehefrau zu begrüßen und die Hand zu schütteln . Immer wieder wurde er in kleinere persönliche Gespräche verwickelt bis man sich letztendlich in den eigens für unser Treffen festlich arrangierten Saal begab und einen Platz suchte.

Nachdem alle mit Getränken versorgt waren ergriff unser Kamerad Bernd Molnar das Wort und eröffnete den Abend mit einer ausgezeichneten Begrüßungsrede in der er auf die verschiedenen Stationen des Zerstörer Bayern einging. Besondere Grüße richtete er jedoch an unseren ehemaligen Kommandanten Kapitän zur See a.D. Heinz Harre und dessen Ehegattin. Er habe einen großen Teil dazu beigetragen, dass es überhaupt zu diesem außergewöhnlichen Treffen gekommen sei. Ein besonderes Dankeschön richtete er an die Initiatoren dieses Treffens, Rüdiger Bernoteit und Gerd Leder. Bernd Molnar bat alle Teilnehmer sich von den Plätzen zu erheben und es wurde der Kameraden gedacht die nicht mehr unter uns weilen in dem er alle bekannten Namen vorlas.

Im Anschluss wurde das reichhaltige Buffet freigegeben, das keine Wünsche offen ließ. In vielen Gesprächen wurden alte gemeinsame Erinnerungen ausgetauscht und vertieft. Die Stimmung unter den Kameraden war fantastisch und hätte kaum besser sein können. Ein Auftritt des Shanty-Chors MK Wilhelmshaven trug ebenso zum Gelingen des Abend bei, wenn auch die Geräuschkulisse das Singen der Kameraden erheblich erschwerte, diese trugen es jedoch mit einer Gelassenheit was nicht selbstverständlich ist. Zwischenzeitlich kam auch ein Vertreter der Presse um ein Foto für die Wilhelmshavener Zeitung zu machen. Während der Shanty-Chor eine kleine Pause einlegte ergriff unser allseits sehr geehrter Kommandant Heinz Harre das Wort und beglückwünschte uns zu diesem wunderbaren Treffen. Den Tränen nahe, mehrmals nach Luft ringend, bedankte er sich mit belegter Stimme bei allen ehemaligen Zerstörer-Bayern-Fahrer für die Teilnahme an diesem schönen Ereignis. Er hoffe und wünschte dass solch ein Treffen auch in Zukunft noch einmal stattfinden möge, nicht in einem Jahr, aber auch nicht erst in fünf oder zehn Jahren, man möge doch auf sein fortgeschrittenes Alter Rücksicht nehmen.

Wenn man bedenkt, dass unser Kommandant zuvor von den Planern der Veranstaltung gefragt wurde ob er eine Rede halten wollte und dies aufgrund seines hohen Alters bereitwillig ablehnte, um so erstaunlich ist dann die Tatsache, dass er spontan die Gelegenheit nutzte um ein paar nette Worte an die anwesenden Kameraden zu richten.

Ein zweiter Auftritt des Shanty-Chores sorgte weiterhin für Unterhaltung an diesem Abend. Immer wieder wurden in den Gesprächen Kontakte geknüpft oder vertieft, bis sich zur fortgeschrittener Stunde Zug um Zug der Saal lehrte. Doch wer nun glaubt dass der Abend gelaufen wäre der täuscht sich gewaltig. Während die einen nach Hause oder zurück zu ihrer Unterkunft gingen suchten die anderen, allen voran das ehemalige Deck XIII P 0, an alte Traditionen anzuknüpfen und begaben sich auf direktem Weg zur Kogge, wo sie diesen Abend ausklingen ließen. Um 03:00 Uhr morgens fanden sich nun auch die Letzten auf der Arcona ein um wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Doch auch hier kam man nicht zur Ruhe da man sich noch viel zu erzählen hatte. Erst gegen 04:00 Uhr trat Ruh´ im Schiff ein, doch bereits eine Stunde später kam unser Nachtschwärmer Klaus Schultze von Land zurück und polterte durch die Gänge den Niedergang hinunter bis er zum Schluss glücklich in seiner Koje landete.

Bereits um 07:00 Uhr standen die ersten Kameraden schon wieder auf um rechtzeitig zu duschen und zu frühstücken. Aus war es mit schlafen denn der Sonnabend war voller Termine. Nachdem alle ihr Frühstück eingenommen hatten sammelten sich die Teilnehmer, die an der Besichtigung des Marine Museums teilnahmen. Pünktlich um 10:00 Uhr stand eine Barkassenrundfahrt mit anschließender Besichtigung des Museums auf dem Plan, an der eine große Gruppe von interessierter Kameraden teilnahm. Diejenigen, die das Museum bereits kannten oder sich etwas anderes vorgenommen hatten nutzten die Gelegenheit sich anderweitig in W-haven umzusehen. Nach einer ausgiebigen Fahrt mit der Barkasse, bei der auch das Arsenal angefahren wurde gewann man erste Eindrücke wie sehr sich W-haven in den letzten vierzig Jahren verändert hat. Wieder zurück beim Museum wurde die Zeit genutzt die vor Ort befindlichen Objekte zu besichtigen. Spätestens beim betreten der Mölders oder des Minensuchers fühlte man sich wieder um vierzig Jahre zurückversetzt und gar mancher wird wehmütig an seine eigene Marinezeit gedacht haben.

Um 12:30 Uhr ging es dann gemeinsam zum nahe liegenden Restaurant Marlin wo wir zum Mittagessen vorgemerkt waren von dem jedoch nichts zu spüren war. Es dauerte eine Ewigkeit bis alle ihr Getränk als auch das Mittagessen bekommen hatten, und es dauerte erst recht bis alle zum Schluss bezahlt hatten. Die Zeit wurde immer knapper und so begaben sich die meisten Kameraden an den Tresen um ihre Rechnung zu bezahlen. Scheinbar war man auf diesen Ansturm nicht eingestellt und der Lapskaus schien auch etwas gestreckt worden zu sein. Trotzdem tat dies der allgemeinen Stimmung keinen Abbruch und man ging zum nächsten Tagesordnungspunkt über.

Besichtigung der Fregatte Schleswig Holstein stand auf dem Programm und so begab man sich in zwei Gruppen auf den Weg zum Marinearsenal. Nach einer kurzen Kontrolle am Haupttor in der Gökerstraße durften wir das Gelände ungehindert betreten, nur das fotografieren war uns untersagt worden. Auf der Schleswig Holstein wurden wir bereits erwartet und kaum angekommen wurden wir von einem Oberleutnant herzlich begrüßt und willkommen geheißen. Danach übernahmen eine Obermaatin und der UvD, ebenfalls ein Obermaat die ausgiebige Führung durch das moderne Schiff. Es ging über den Hangar, das Schiff ist im Einsatz mit zwei Hubschraubern bestückt, durch die verschiedenen Stationen. Als erstes wurden wir in den Leitstand geführt wo jede Frage aus unseren Reihen bereitwillig beantwortet wurde. Selbstverständlich wurde uns auch die OPZ gezeigt und auf die moderne Technik hingewiesen. Die Großzügigkeit bei der Ausstattung dieses Schiffes brachte die meisten Kameraden ins staunen. Selbst die Unteroffiziersmesse und die Unterkünfte haben sich gegenüber unserem Zerstörer so sehr verändert, dass man sich wie auf einem Luxusliner vor kam. Auf diesem Schiff merkte man bei jedem Schritt was sich in den letzten vierzig Jahren alles getan hat. Immer wieder wurden auch ganz banale Fragen an unsere Obermaatin gestellt die sie bereitwillig beantwortete. Die moderne Brücke der Fregatte war die vorletzte Station bevor es über das Signaldeck wieder zum Ausgangspunkt zurück aufs Achterdeck ging. Hier wurde endlich die Frage einiger Kameraden beantwortet die am Morgen immer wieder fragten was die rot-weiß gestreifte Flagge bedeuten würde. Ein geschulter Blick auf die vorhandenen Flaggen zeigte, dass alle zuvor geäußerten Vermutungen falsch waren, denn diese Flagge gab es zu unserer Zeit noch nicht. Die Bedeutung der rot-weiß gestreiften Flagge entpuppte sich als die Flagge Port, die immer dann aufgeheißt wird wenn sich das Schiff im Hafen befindet. Bevor die erste Gruppe jedoch von Bord ging wurde noch schnell ein Gruppenfoto zur Erinnerung an unser Treffen von uns gemacht. Kaum von Bord wurde die zweite Gruppe unserer Kameraden erwartet und ebenfalls unter sachkundiger Führung durch das Schiff geführt. Als Dank und Anerkennung wurde der Besatzung der Schleswig Holstein eine kleine Spende durch unseren Organisator Gerd Leder überreicht.

Um 18:30 Uhr stand bereits der nächste Termin, "Abfahrt zur 4. Einfahrt" auf dem Plan. Pünktlich auf die Minute wurden wir mit einem eigens für uns bereitgestellten Bus zur 4. Einfahrt gebracht. Die Sonderfahrt mit dem Bus der an diesem Tag im Display mit den Worten "Zerstörer Bayern" gekennzeichnet war führte über mehrere Stationen der Wilhemshavener Innenstadt wo immer wieder Kameraden zustiegen bis es zum Schluss in Richtung 4. Einfahrt ging. Nach einer kurzen Kontrolle am Eingangstor durften wir unsere ehemalige Heimat auf Zeit nach vielen Jahren wieder betreten. Zwei Fregatten weckten unsere Aufmerksamkeit, doch der eigentliche Anlass war das Abendessen und das gemütliche Beisammensein in der UHG. Nachdem alle mit einem Getränk versorgt waren wurde auch umgehend das bereits am Vortag ausgesuchte Essen aufgetischt. Hier zeigte sich wieder einmal die hervorragende Organisation und auch das Essen war vom Feinsten. Im Anschluss verlagerten wir unser Beisammensein in die obere Etage wo wir bis Mitternacht den Abend ausklingen ließen. Wer es bisher noch nicht geschafft hatte all seine Erinnerungen auszutauschen konnte nun diese letzte Möglichkeit dafür nutzen. Spontan sorgte Wolfgang Brandt, vor vierzig Jahren ein eher ruhiger, zurückhaltender Deckskamerad auf Deck XIII P 0, für Stimmung und Abwechslung. Mit einem Gedicht von Ringelnatz, das er mit einer Mimik vor trug als wäre er auf einer Theaterbühne und seiner Gesangseinlage sorgte er für reichlichen Applaus. Noch am Nachmittag fragte er ganz beschämt ob er am Abend seine Gitarre mitbringen dürfte, wie es immer so seine Art war. Spätestens nach seinem Auftritt war allen Kameraden die ihn von damals kannten klar, dass diese Person immer völlig unterschätzt wurde. Man nahm Abschied von denen die in Wilhelmshaven wohnen oder anderweitig untergebracht waren, denn alles hat einmal ein Ende und so ging es um 24:00 Uhr mit unserem Sonder-Bus wieder zurück nach W-haven. Wieder war es eine Gruppe von Kameraden die diesen schönen Tag mit einem Besuch in der Kogge beschließen wollte. Ganz stark vertreten, wie sollte es anders sein, die Kameraden des ehemaligen Deck XIII P 0. Doch kurz nach 02:00, der Wirt hat auf Kosten des Hauses noch einen Rum spendiert, ging es in Richtung Unterkunft.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Abschieds und des allgemeinen Aufbruchs. Für alle die auf der Arcona untergebracht waren hieß es noch einmal, gemeinsam Frühstücken, Kojen abziehen, Koffer packen und Abschied nehmen. Immer wieder wurde der Wunsch geäußert künftig noch einmal solch ein Treffen zu veranstalten. Die ausschließlich positiven Erfahrungen die in den letzten beiden Tagen gemacht wurden haben bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und man wollte den wieder hergestellten Kontakt nicht abreißen lassen.

Eine kleine Episode am Rande wollte ich noch erwähnen. Vier Kameraden, darunter auch ich fuhren erst am Nachmittag von Wilhelmshaven ab, da wir im Vorfeld annahmen dass am Sonntag Morgen noch ein Frühschoppen mit allgemeiner Verabschiedung stattfinden würde. So ergab es sich dass wir gemeinsam einen Spaziergang Rund um den Innenhafen machten. In der Höhe der Kaiser Wilhelm Brücke hörten wir hinter uns plötzlich ein schnaufen und wurden von unserm Kameraden Wolfgang Pöstges angesprochen, der schon wieder fit und munter für einen bevorstehenden Marathonlauf übte. Nach einem kurzen Gespräch drehte er weiter seine Runde, doch kaum eine halbe Stunde später kam er uns wieder auf dem Fahrrad frisch geduscht und fit wie ein Turnschuh entgegen. Da er einen Kleingarten direkt hinter dem Deich besitzt lud Wolfgang uns spontan auf eine Tasse Kaffee zu sich ein, erklärte uns kurz den Weg, schwang sich auf seinen Drahtesel und rauschte von dannen. Als wir bei ihm ankamen zog bereits der Kaffeeduft durch sein Gartenhaus. Bei herrlichstem Sonnenschein genossen wir die letzten Stunden in Wilhelmshaven und wieder wurden alte Erinnerungen ausgetauscht.

Rückblickend kann man sagen, dass diese Veranstaltung von der ersten bis zur letzten Sekunde einfach nur super gelaufen ist. Die Harmonie unter den Kameraden war ausgezeichnet, die Organisation hat hervorragend funktioniert und das Wetter konnte nicht schöner sein, dies ist einfach nicht zu steigern. An dieser Stelle sei allen die dazu beigetragen haben dass das Treffen der ehemaligen Zerstörer-Bayern-Fahrer, die in der Zeit von 1965 bis 1970 an Bord dieses von uns allen geliebten Schiffes fuhren, ein voller Erfolg wurde noch einmal recht herzlich gedankt. Um es mit den Worten eines Signälers auszudrücken: "BRAVO ZULU", gut gemacht. Selbstverständlich möchte ich nicht den Anspruch erheben, dass dieser Bericht absolut vollständig ist, denn jeder sieht den Ablauf solch einer Veranstaltung aus eigener Sicht. Ich bitte es auch zu entschuldigen dass nicht alle Namen der teilnehmenden Kameraden namentlich erwähnt wurden.

Euer Kamerad Günter Hurst
Pressesprecher

Hier gibt es den Bericht als PDF [KLICK].

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Bilder und Zeitungsberichte

Um es vorweg zu nehmen, es war ein wunderbares Treffen voller Harmonie und Begeisterung. 78 ehemalige Kameraden ließen es sich nicht nehmen bei diesem Treffen teilzunehmen. Für alle die es interessiert habe ich einen Bericht über den gesamten Verlauf des Treffens gefertigt, diesen könnt Ihr hier ansehen. (Günter Hurst)

Kommandant Heinz Harre mit Ehefrau

Wilhelmshavener Zeitung